SOWOT.Berlin
Berlin
Niko aka SOWOT.berlin nennt sich DJ im Vorruhestand. Klingt nach Rückzug, ist in seinem Fall aber eher eine Verschiebung der Blickrichtung: weniger Jagd nach Bookings, mehr Zeit für Studio und Lyrics.
Angefangen hat das 1996 in süddeutschen Clubs wie dem Nachtwerk, der Reitschule und der Progressive-Minimal-Schmiede Labor. In den letzten Jahren sah man ihn mal in der Butzke oder der Renate, aber auch mit einem Hip-Hop-Set im Kater Kuckuck. Dazwischen liegen genug Nächte, Tracks und musikalische Umwege, um Trends kommen, verschwinden und als Retro-Edition wieder auftauchen zu sehen.
Inzwischen blickt er lieber nach vorn: auf das anstehende Release mit einem Schulfreund als CHMPGN + SOWOT.berlin und auf eigene Produktionen zwischen Downtempo und knarzigem Techno. Geblieben ist, was seine Sets immer ausgemacht hat: Gespür für Groove, lange kreative Übergänge und ein Sinn für musikalische Zusammenhänge. Genregrenzen werden zur Kenntnis genommen, mehr aber auch nicht. So what?
Fame war nie der Plan. Niko interessiert sich eher für das Warum dahinter. Was geht ab, Berlin? Wohin treibt die „Rave Nation", und merkt sie es überhaupt? Vielleicht reicht als Künstlerbio deshalb seit Jahren: Middle-aged white man from Berlin. Likes to talk nonsense, mix music and dance like a robot. Since '96.
Drei Jahrzehnte elektronische Musik, dazu eine gewisse Meinung über Sinn und Unsinn der Feierei. „Retired DJ" ist in dem Fall weniger Status als Haltung.
SOWOT? Weiter geht's.